Werkstattrisiko beim Verkehrsunfall

Ein immer wieder auftauchender Punkt bei der Regulierung von Verkehrsunfällen ist das sogenannte Werkstattrisiko. Die Werkstatt verlangt bei einem vom AG München mit Urteil vom 06.04.2018, 332 C 4359/18, zu entscheidenden Fall, angeblich überhöhte Reparaturkosten. Die Versicherung beanstandete eine zweifache Spureinmessung sowie ein sogenanntes Lackfinish. Der Kläger hätte wegen seiner Schadenminderungspflicht – so zumindest die Versicherung – die Unrichtigkeiten gegenüber der Werkstatt rügen müssen. Das Amtsgericht München hat der Klage zwar stattgegeben. Dem Kläger wurde jedoch nur der Betrag mit der Maßgabe zugesprochen, die Ansprüche gegen die Werkstatt auf Rückzahlung überzahlter Beträge abzutreten. Das Werkstattrisiko müsse dabei in der Sphäre des Schädigers verbleiben, denn es bestehe kein Sachgrund, eine andere Risikoverteilung vorzunehmen, als wenn der Geschädigte dem Schädiger die Beseitigung des Schadens zu überlassen. Das Ergebnis wäre dasselbe gewesen. Die Erkenntnismöglichkeiten des Geschädigten sind dabei regelmäßig deutliche Grenzen gesetzt, insbesondere wenn er den Reparaturauftrag erteilt und das Fahrzeug in Hände von Fachleute gebe. Die beiden streitigen Punkte hätte der Kläger vorliegend nicht erkennen können.

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