Keine Ansprüche gegen Bank beim Banking-Trojaner

Ein Bankkunde hat sich einen Banking-Trojaner eingefangen. Die Mail leitete ihn angeblich auf die Online-Banking-Seite der Bank. Dies war aber eine Fake-Seite. Dort wurde er zur Einführung eines neuen Verschlüsselungsalgorithmusses aufgefordert, eine Testüberweisung vorzunehmen mit einer eigenen TAN, die ihm aufs Mobiltelefon gesendet wird. Wie sich herausstellte, handelt es sich jedoch nicht um eine Testüberweisung, wie angegeben, sondern um Überweisung auf ein polnisches Konto mit einem Schaden von € 8.000,00.

Das OLG Oldenburg, Beschluss vom 21.08.2018, 8 U 163/17, wies die Klage jedoch ab. Hintergrund war, dass die AGB der Bank vorsahen, dass der Kunde bei Übermittlung der TAN Überweisungsdaten, die in der SMS erneut mitgeteilt werden, noch einmal kontrollieren müsse. Der Kläger hat jedoch davon Abstand genommen. Er hat nur die TAN geprüft. Das Gericht war der Auffassung, dass dem Bankkunden dann aufgefallen wäre, dass die Überweisung nach Polen ginge. Wenn die IBAN des Empfängers nicht überprüft wird, so sei dies grob fahrlässig. Bei der Beurteilung der Frage nach der groben Fahrlässigkeit käme noch hinzu, dass die Bank auf ihrer Homepage genau auf ein derartiges Vorgehen von Betrügern hinweist und niemals zu Testüberweisungen auffordert.

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