Fluggastrechte – eine Information

Immer wieder in der Urlaubszeit gibt es bei Flugreisen Verspätungen und Flugausfälle. Die EU hat in der EU-Fluggastrechte-Verordnung festgelegt, welche Entschädigung den Reisenden zusteht.

Grundsätzlich besteht ein Anspruch auf Ausgleichszahlung, wenn sich der Flug um mehr als drei Stunden verspätet oder ausfällt.

Zunächst ist in der Fluggastrechte-Verordnung festgehalten, dass bei Überbuchung oder Verspätung zunächst versucht werden muss, Fluggäste gegen eine entsprechende Gegenleistung zum freiwilligen Verzicht auf Ihre Buchungen zu verzichten. Die Freiwilligen sind dabei zu unterstützen insbesondere damit, dass der Flugpreis innerhalb sieben Tagen zu erstatten ist oder eine anderweitige Beförderung zum Endziel unter vergleichbaren Reisebedingungen zum frühstmöglichen Zeitpunkt erfolgt oder dies zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden kann. Finden sich jedoch nicht genügend Freiwillige, so kann die Fluggesellschaft den Fluggästen gegen ihren Willen die Beförderung verweigern, ist jedoch verpflichtet, Ausgleichsleistungen und Unterstützungsleistungen zu erbringen. Zu den Unterstützungsleistungen gehören Mahlzeiten und Erfrischungen im angemessenen Verhältnis zur Wartezeit, ggf. Hotelunterbringung, aber auch die Beförderung zwischen dem Flughafen und dem Ort der Unterbringung. Zusätzlich müssen die Fluggesellschaften den Fluggästen anbieten, unentgeltlich zwei Telefongespräche zu führen oder zwei Telefaxe oder E-Mails zu versenden. Zusätzlich besteht ein Ausgleichsanspruch.

Der Ausgleichsanspruch bei Flugannullierung beträgt

  • € 250,00 bei allen Flügen über eine Entfernung von 1.500 km oder weniger
  • € 400,00 bei allen inngemeinschaftlichen Flügen über eine Entfernung von mehr als 1.500 km und bei allen Flügen über eine Entfernung zwischen 1.500 km und 3.500 km
  • € 600,00 bei allen nicht vorgenannten entfallenden Flügen, d. h. bei internationalen Flügen von mehr als 3.500 km.

Sollte eine verspätete anderweitige Beförderung angeboten werden, wobei bei Flügen bis 1.500 km die Verspätung nicht mehr als zwei Stunden beträgt, bei inngemeinschaftlichen Flügen von mehr als 1.500 km und internationalen Flügen von 1.500 bis 3.500 km nicht später als drei Stunden und bei allen anderen Flügen nicht später als vier Stunden nach der planmäßigen Ankunftszeit des ursprünglich gebuchten Fluges liegt, so kann das ausführende Luftfahrtunternehmen die Ausgleichszahlungen um 50 % kürzen.

Die Zahlungen können bar, per Überweisung, Scheck oder nur mit schriftlichem Einverständnis des Fluggastes in Form von Reisegutschein oder anderen Dienstleistungen erfolgen.

Nicht vergessen werden darf auch, dass wenn dem Fluggast weiterer Schaden entsteht, dieser gem. Art. 12 Fluggastrechts-Verordnung ebenfalls geltend gemacht werden kann.

Zu beachten ist jedoch, dass die Fluggastrechte-Verordnung nur für Flüge gilt, die auf Flughäfen innerhalb der EU besteht, sowie für Luftfahrtunternehmen innerhalb der EU, die von einem Flughafen in einem Drittstaat einen Flug zu einem Flughafen im Gebiet der EU durchführen.

Hinweis für Passagiere:

Lassen Sie sich die Flugverspätung von der Airline bestätigen und nehmen Sie Kontakt mit anderen Reisenden auf und tauschen Sie Adressen aus. Fotografieren Sie wenn möglich auch die Anzeigetafeln mit den Verspätungen.

Wenden Sie sich sogleich an Ihren Anwalt. Eine Rechtsschutzversicherung ist in derartigen Fällen grundsätzlich von Vorteil.

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