Substantiierungspflicht eines Patienten bei der Arzthaftung

Ist ein Patient der Auffassung, dass der ihn behandelnde Arzt doch relevante Fehler gemacht hat, steht er grundsätzlich vor dem Problem, dass er in der Regel nicht die fachliche Qualifikation besitzt, um hier medizinisch korrekten Vortrag dem Gericht gegenüber zu erbringen.

Das OLG Dresden hat mit Entscheidung vom 12.05.2020, 4 U 1388/19, dargelegt, dass die Substantiierungspflicht des klagenden Patienten nicht überspannt werden darf. Es dürfen nur maßvolle Anforderungen gestellt werden. Ein Tatsachenvortrag muss nur in groben Zügen zum Ausdruck bringen, aus welchem Komplex ein Fehler abgeleitet wird und welcher Schaden darauf eingetreten sei. Erst im Fall, dass er gegen ein zumindest teilweise klageabweisendes Urteil vorgeht, muss sich der Patient medizinisch beraten lassen, z. B. durch Beschäftigung oder Beauftragung von Privatgutachten, medizinischen Leitlinien oder anderen Stimmen aus der medizinischen Literatur und sich hier mit dem beanstandeten Feststellung des erstinstanzlichen Gerichtsgutachten auseinandersetzen.  

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