Covid 19 führt zur vollen Rückzahlung des Reisepreises bei Stornierung

Viele Personen sind davon betroffen: Während der Covid 19-Pandemie wurden Millionen von Reisen storniert. Vor dem Amtsgericht Frankfurt am Main wollte ein Reisender das Geld zurück haben für seine ab dem 14.04.2020 geplante Reise nach Neapel. Er stütze sich darauf, dass der Rücktritt vom Reisevertrag auf einem unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umstand beruht, so dass die Reiseveranstalterin die kompletten Reisekosten ohne Abzug zurückzuzahlen hätten. Der Reiseveranstalter verwies darauf, dass für das Reisegebiet noch keine Einreisewarnung damals vorgelegen habe. Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat in seiner Entscheidung vom 11.08.2020, 32 C 2136/20 (18), ausgeführt, dass es darauf ankäme, wann der Reisende den Rücktritt erklärt hat und ob die Gegebenheiten am Urlaubsort zu dieser Zeit bereits als solche außergewöhnlichen Umstände zu qualifizieren waren. Reisewarnungen für das Reisegebiet durch Bundesbehörden seien hier nicht zwingend erforderlich. Eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine gesundheitsgefährdende Ausbreitung des Virus sei ausreichend, was im Reisegebiet (Golf von Neapel) schon Anfang März galt, weshalb die Beklagte gem. § 651h Abs. 3 BGB kein Recht hatte, Stornierungskosten zu erheben.

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